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Weben wie ein Gemälde

Wie aus alter Kleidung ein Teppich wird

Wir kaufen, kaufen und kaufen Kleidung. Und sehr gern kaufen wir billig. Sale lautet das Zauberwort, früher Schlussverkauf. Ständig füllen Supersonderangebote wieder die Kleiderschränke. Doch die Trends von heute sind der Müll von morgen. Und zwar bergeweise: 1,35 Millionen Tonnen abgetragener Kleidung fallen jährlich allein aus privaten
Haushalten in Deutschland an. Jedes fünfte Kleidungsstück wird so gut wie nie getragen, wie eine repräsentative Onlineumfrage der Umweltschutzorganisation Greenpeace ergeben hat. Das macht eine Milliarde Klamotten, die ungenutzt im Schrank liegen. Binnen eines Jahres werden viele Sachen wieder aussortiert. Sie landen im Müll oder in
der Kleidertonne. Da viele Kleidungsstücke aus Mischmaterialien bestehen, ist es nicht einfach, sie zu recyceln. Dazu müsste man die Fasern wieder trennen. Dafür gibt es noch keine effektiven Verfahren.
Ein kleiner Ansatz gebrauchte Kleidung weiter zu verwerten, ist die Idee, daraus Flickenteppiche zu weben. Dazu wird die gebrauchte Kleidung sortiert, in Streifen geschnitten und verwebt. Die gewebten Teppiche sind robust, waschbar und sie enthalten sogar Erinnerungsstücke gern getragener Kleidung. Diese alte Webtechnik ist leicht zu erlernen und wird von der Kostüm- und Bühnenbildnerin, Andrea Eisensee, in einem neuen Projekt im MGH KULTURBöRSE
Gnoien an junge Menschen weiter gegeben. Die Jugendlichen erlernen dabei den Umgang mit Schere, Nadel,  Nähmaschine und Webstuhl. Sie ertasten verschiedene Stoffqualitäten, sie suchen Farben und Muster aus. n. Gleichzeitig wird den Schülern eine alte handwerkliche Technik vermittelt. Jeder Schüler arbeitet an einem eigenen Webstuhl und hat mit dem fertiggestellten Teppich ein Erfolgserlebnis, denn das Produkt hat er selbst gestaltet und hergestellt. Er kann seinen Teppich selbst nutzen, verschenken oder verkaufen. Das Aussehen des Teppichs wird vor Arbeitsbeginn farblich geplant und skizziert. Es entsteht ein handwerkliches Erzeugnis, das wie ein Bild gestaltet ist. Während der Arbeit am Webstuhl wird Wissen zu Materialkunde, Entstehung und Handhabung von Kleidung, Bedeutung von Farben, Ausgangsmaterialien, Webtechnik etc. vermittelt. Durch die gemeinsame Arbeit an den Teppichen soll ein gedanklicher Austausch und das Gespräch über Nachhaltigkeit, den Umgang mit unserer Natur, den Ressourcen und
zu unserer Lebensweise in Gang gebracht werden. Die Schüler/innen haben die Möglichkeit eigene kleine Beiträge zu erarbeiten und vorzutragen. Die Teppiche können kleine Geschenke für Familie und Freunde sein. Damit werden die Idee und das Nachdenken über den Umgang mit unserer Umwelt auf kreative und ansprechende Weise weiter getragen.

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